Schlagwort-Archiv: Rechtsstaat

Der subjektive Blick und die objektive Sicherheit

Foto: CDU Deutschlands

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Gleich vorneweg, weil mich die unpräzise Ausdrucksweise in diesem Zusammenhang immer wieder ärgert:

Es gibt eine relativ objektiv messbare Kriminalitätsbelastung – wiedergegeben in der polizeilichen Kriminalstatistik. “Relativ” deshalb, weil nur erfasst werden kann, was der Polizei selbst auffällt oder was angezeigt wird. Die Polizei kennt nur das Hellfeld – das Dunkelfeld bleibt auch für sie dunkel.

Und es gibt das subjektive Sicherheitsempfinden – also die individuelle Wahrnehmung zur eigenen Sicherheit. Das hat in der Regel mit statistischen Wahrscheinlichkeiten nichts zu tun – sonst würde niemand mehr Auto fahren, aber kaum einer hätte in Deutschland Angst, Opfer eines terroristischen Anschlags zu werden. Was es nicht gibt ist “subjektive Kriminalität”. Weiterlesen

Wozu sagt Mannheim heute Ja?

1374763_1044821032210930_7239107021099138416_nEin Jahr sind die Demonstration und die Kundgebung “Mannheim sagt Ja” jetzt her. Das war zum damaligen Zeitpunkt die größte Veranstaltung ihrer Art und hat zurecht bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt.

Seither hat sich viel getan. Ich möchte meinen eigenen Text vom Januar 2015 zum Anlass nehmen, um die Frage zu stellen, wozu wir damals Ja gesagt haben und was heute davon übrig geblieben ist.

Am 17. Januar haben sich in Mannheim ca. 12.000 Menschen für Vielfalt statt Hass und Angst und für eine offene Stadt ausgesprochen. Anlass für den Aufruf zu Demonstration und Kundgebung war für mich und die anderen Initiatoren von „Mannheim sagt JA“ die ablehnende Haltung einiger Mitbürger zur Landeserstaufnahmestelle (LEA) für Asylbewerber in Mannheim. Uns war schnell klar, dass diese Haltung nicht zu unserer bunten und toleranten Stadt passt und wir haben uns entschieden, ein Zeichen für eine Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen, für Vielfalt und für Toleranz zu setzen. Durch den brutalen und feigen Terroranschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ und den jüdischen Supermarkt in Paris und die daraus erwachsende Angst vor terroristischen Attacken auf unsere Freiheit bekam die Veranstaltung noch zusätzlich Rückenwind, sodass wir deutlich mehr Zuspruch erfahren haben, als wir uns jemals erträumt hätten. Weiterlesen

Kirchenasyl – Gott mehr gehorchen als den Menschen?

10922796_10153746955435961_3822098208416790392_nAls christlich sozialisierte Politikerin und Kirchenälteste einer Mannheimer Kirchengemeinde beschäftige ich mich nicht erst seit den kritischen Äußerungen von Bundesinnenminister Thomas de Maizière Ende Januar mit dem komplexen Thema Kirchenasyl und mit den christlichen Werten, aus denen es sich herleitet.

Aus meinen Überlegungen ist ein Text entstanden, den das Rheinneckarblog.de dankenswerterweise als Vorschlag für die „Montagsgedanken“ akzeptiert hat. Natürlich gäbe es dazu vor allem aus theologischer Sicht noch viel mehr zu sagen – das ist mir bewusst. Aber auch eine Fülle an theologischen Rechtfertigungsgründen (die es zweifellos gibt) hätten an meinem Fazit nichts geändert, weshalb ich mich bewusst auf wenige Aspekte beschränkt habe.

Ich dokumentiere den Text auch an dieser Stelle mit freundlicher Genehmigung der Redaktion:

Ende Januar hat Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) die steigenden Zahlen von Kirchenasylen in Deutschland kritisiert. Aktuell sind es 226 Kirchenasyle für 411 Menschen.

Als Mitglied der Bundesregierung sprach er sich gegen das Kirchenasyl aus. Als Christ äußerte er Verständnis, dass in Einzelfällen aus Gründen der Nächstenliebe und des Erbarmens Flüchtlinge von Kirchen aufgenommen werden. Weiterlesen

Ich habe bis zuletzt gehofft, dass die Krawalle ausbleiben

10922796_10153746955435961_3822098208416790392_nDas Rheinneckarblog.de hat mich zu den Krawallen in Ludwigshafen am vergangenen Sonntag interviewt. Ich dokumentiere das Interview vom 10. Februar an dieser Stelle mit freundlicher Genehmigung:

Interview: Hardy Prothmann

Frau Schmitt-Illert, Sie haben sich vor der Kundgebung am 08. Februar in Ludwigshafen aus dem Kreis der Initiatoren von “Mannheim sagt Ja” zurückgezogen, weil Sie nicht mit “Mannheim gegen Rechts” kooperieren wollten. Fühlen Sie sich nach den linksradikalen Krawallen in Ihrer Haltung bestätigt?
Rebekka Schmitt-Illert: Leider ist genau das eingetroffen, was ich befürchtet hatte. Gewaltbereite Autonome haben die Demo von “Mannheim gegen Rechts” genutzt, um als Block unbehelligt in die Nähe des Kundgebungsgeländes von “Gemeinsam stark Deutschland” zu gelangen. Das war aus meiner Sicht absehbar – trotzdem habe ich bis zuletzt gehofft, dass die Krawalle ausbleiben. Weiterlesen

Ich sage JA zu Toleranz und Vielfalt – aber nicht zu Gewalt

10922796_10153746955435961_3822098208416790392_nAus voller Überzeugung habe ich mich in der Initiatorengruppe „Mannheim sagt Ja“ engagiert, um ein Zeichen für Nächstenliebe und gegen Fremdenfeindlichkeit zu setzen. Ich habe das selbst dann noch getan, als einige Gruppierungen als „Unterstützer“ aufgetreten und von anderen Initiatoren begrüßt worden sind, deren „Ideale“ ich in keiner Weise teile. Das Zeichen, das am 17. Januar von Mannheim ausging, wurde von einer breiten gesellschaftlichen Basis getragen – darauf können wir als Mannheimer zurecht stolz sein.

Jetzt erfahre ich aus Medien, dass Mannheim gegen Rechts gemeinsam mit „Mannheim sagt Ja“ am 8. Februar einen Marsch von Mannheim nach Ludwigshafen plane.

Ich respektiere das Engagement von Mannheim gegen Rechts gegen Rechtsradikale und Faschisten. Ich akzeptiere aber keine Aktionen linksradikaler Gruppierungen, die möglicherweise gewaltbereit sind. Weiterlesen