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Privat ist privat: „Homestories“ – ohne mich!

Bild: CDU Deutschlands/Tobias Koch/tokography.de

Bild: CDU Deutschlands/Tobias Koch/tokography.de

Bürgerinnen und Bürger erwarten von der Politik, dass sie ihre Privatsphäre schützt. Das Erregungspotential ist (zurecht) groß, wenn der Staat wie bei der Vorratsdatenspeicherung ohne konkreten Anlass in die Privatsphäre eingreift.

Das Privatleben der Politikerinnen und Politiker hingegen ist in den Medien ein Quotenbringer und die Meinung, man habe ein Anrecht darauf, alles über gewählte oder noch zu wählende Amts- und MandatsträgerInnen zu erfahren, ist weit verbreitet.

Ich bin Politikerin und damit eine Person des öffentlichen Lebens, aber ich habe trotzdem ein Privatleben. Manches mag im Sinne der Transparenz von öffentlichem Interesse sein, z.B. mein Arbeitgeber, meine Vereinszugehörigkeiten, meine Ausbildung… Anderes geht nur mich oder meine Familie und meine Freunde an. Weiterlesen

Hauptsache Händeschütteln? Entscheidend ist der Blick hinter die Fassade

10922796_10153746955435961_3822098208416790392_nDas ist ein Text, den ich schon vor längerer Zeit in einem ganz anderen Kontext geschrieben hatte – nach einem dieser gesellschaftlichen “Pflicht-Termine” für Mitglieder des Gemeinderats. Aber ich finde, er passt ganz gut zur Oberbürgermeisterwahl und zu den Klagen über die niedrige Wahlbeteiligung…

Manchmal laufen politische Termine einfach rund und wie geplant – man bekommt Impulse für die politische Arbeit, gibt Impulse weiter, bekommt in zahlreichen Gesprächen zu spüren, dass man als Politiker ernst genommen wird und dass die Gesprächspartner ehrlich daran interessiert sind, sich auszutauschen. Man trifft Menschen – andere Politiker, Menschen aus dem Ehrenamt, aus den Verbänden, aus der Wirtschaft – die mit Herzblut für ihre Sache einstehen und sich für unsere Gesellschaft einbringen.

Die gleiche Veranstaltung in der Politiker-Denke? Man sieht und wird gesehen, man schüttelt Hände und „networked“. Man hofft, bei der Begrüßung vom Rednerpult aus genannt zu werden und freut sich über jeden, der bei Nennung des Namens in die richtige Richtung blickt – aha, die kennen mich alle. Hinterher hofft man, keine zu schüttelnde Hand übersehen zu haben, damit man nicht Abgehobenheit oder Arroganz vorgeworfen bekommt. Alles Show, alles oberflächlich, alles eigentlich überflüssig.

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