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Wozu sagt Mannheim heute Ja?

1374763_1044821032210930_7239107021099138416_nEin Jahr sind die Demonstration und die Kundgebung “Mannheim sagt Ja” jetzt her. Das war zum damaligen Zeitpunkt die größte Veranstaltung ihrer Art und hat zurecht bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt.

Seither hat sich viel getan. Ich möchte meinen eigenen Text vom Januar 2015 zum Anlass nehmen, um die Frage zu stellen, wozu wir damals Ja gesagt haben und was heute davon übrig geblieben ist.

Am 17. Januar haben sich in Mannheim ca. 12.000 Menschen für Vielfalt statt Hass und Angst und für eine offene Stadt ausgesprochen. Anlass für den Aufruf zu Demonstration und Kundgebung war für mich und die anderen Initiatoren von „Mannheim sagt JA“ die ablehnende Haltung einiger Mitbürger zur Landeserstaufnahmestelle (LEA) für Asylbewerber in Mannheim. Uns war schnell klar, dass diese Haltung nicht zu unserer bunten und toleranten Stadt passt und wir haben uns entschieden, ein Zeichen für eine Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen, für Vielfalt und für Toleranz zu setzen. Durch den brutalen und feigen Terroranschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ und den jüdischen Supermarkt in Paris und die daraus erwachsende Angst vor terroristischen Attacken auf unsere Freiheit bekam die Veranstaltung noch zusätzlich Rückenwind, sodass wir deutlich mehr Zuspruch erfahren haben, als wir uns jemals erträumt hätten. Weiterlesen

Ich hatte gehofft, wir wären in Mannheim schon einen Schritt weiter

10922796_10153746955435961_3822098208416790392_nAls Kommunalpolitikerin beobachte ich in den vergangenenTagen sehr genau, wie die Mannheimer Stadtgesellschaft auf die Messerstecherei am Marktplatz und den Raubmord in der Mittelstraße reagiert.

Und ganz ehrlich? Ich bin teilweise schockiert.

Viele Reaktionen sind sachlich und basieren auf Fakten, suchen außer den mutmaßlichen Tätern erst einmal keine Schuldigen, sondern warten ab, bis die Vorgänge aufgeklärt sind.

Aber es gibt auch die anderen – diejenigen, die pauschale Schuldzuweisungen vornehmen oder zumindest andeuten, die Nationalität oder Herkunft der Täter könnte der entscheidende Grund für die Zunahme an schwerer Gewalt sein. Und dass Mannheims Offenheit und Vielfalt irgendwie ursächlich dafür sein könnte. Weiterlesen

Ich habe bis zuletzt gehofft, dass die Krawalle ausbleiben

10922796_10153746955435961_3822098208416790392_nDas Rheinneckarblog.de hat mich zu den Krawallen in Ludwigshafen am vergangenen Sonntag interviewt. Ich dokumentiere das Interview vom 10. Februar an dieser Stelle mit freundlicher Genehmigung:

Interview: Hardy Prothmann

Frau Schmitt-Illert, Sie haben sich vor der Kundgebung am 08. Februar in Ludwigshafen aus dem Kreis der Initiatoren von “Mannheim sagt Ja” zurückgezogen, weil Sie nicht mit “Mannheim gegen Rechts” kooperieren wollten. Fühlen Sie sich nach den linksradikalen Krawallen in Ihrer Haltung bestätigt?
Rebekka Schmitt-Illert: Leider ist genau das eingetroffen, was ich befürchtet hatte. Gewaltbereite Autonome haben die Demo von “Mannheim gegen Rechts” genutzt, um als Block unbehelligt in die Nähe des Kundgebungsgeländes von “Gemeinsam stark Deutschland” zu gelangen. Das war aus meiner Sicht absehbar – trotzdem habe ich bis zuletzt gehofft, dass die Krawalle ausbleiben. Weiterlesen

Wofür ich einstehe

10922796_10153746955435961_3822098208416790392_nVergangene Woche habe ich bekannt gegeben, dass ich mich nach der großartigen Kundgebung mit 12.000 Menschen zu “Mannheim sagt Ja zu Flüchtlingen” an weiteren Aktionen dieser Gruppe nicht beteiligen werde.

Das hat mehrere Gründe. Den wichtigsten habe ich genannt: “Mannheim sagt Ja” arbeitet bei der Demo am kommenden Sonntag eng mit „Mannheim gegen Rechts“ zusammen, und so sehr ich den Einsatz von vielen in diesem Bündnis schätze – ich bin Mitglied der größten deutschen Volkspartei.

Wir sind eine Partei mit großem sozialem Gewissen, aber wir sind auch eine konservative Partei mit Werten, die manche als “rechts” empfinden. Würde sich das Bündnis in “Bündnis gegen Extremismus und Gewalt” umbenennen und darauf achten, dass keine gewaltbejahenden Gruppen dort mitmachen, würde ich mich auch einem Solidaritätsmarsch nach Ludwigshafen anschließen – gegen Extremisten aber auch gegen Salafisten und sonstige brutale Fanatiker. Und noch besser wäre es, wenn es “Bündnis für Vielfalt – gegen Extremismus und Gewalt” heißen würde. Dann wäre klar, dass man nicht nur gegen, sondern auch für etwas einsteht. Weiterlesen