Schlagwort-Archiv: Asyl

Wozu sagt Mannheim heute Ja?

1374763_1044821032210930_7239107021099138416_nEin Jahr sind die Demonstration und die Kundgebung “Mannheim sagt Ja” jetzt her. Das war zum damaligen Zeitpunkt die größte Veranstaltung ihrer Art und hat zurecht bundesweit für Aufmerksamkeit gesorgt.

Seither hat sich viel getan. Ich möchte meinen eigenen Text vom Januar 2015 zum Anlass nehmen, um die Frage zu stellen, wozu wir damals Ja gesagt haben und was heute davon übrig geblieben ist.

Am 17. Januar haben sich in Mannheim ca. 12.000 Menschen für Vielfalt statt Hass und Angst und für eine offene Stadt ausgesprochen. Anlass für den Aufruf zu Demonstration und Kundgebung war für mich und die anderen Initiatoren von „Mannheim sagt JA“ die ablehnende Haltung einiger Mitbürger zur Landeserstaufnahmestelle (LEA) für Asylbewerber in Mannheim. Uns war schnell klar, dass diese Haltung nicht zu unserer bunten und toleranten Stadt passt und wir haben uns entschieden, ein Zeichen für eine Willkommenskultur gegenüber Flüchtlingen, für Vielfalt und für Toleranz zu setzen. Durch den brutalen und feigen Terroranschlag auf die Redaktion von „Charlie Hebdo“ und den jüdischen Supermarkt in Paris und die daraus erwachsende Angst vor terroristischen Attacken auf unsere Freiheit bekam die Veranstaltung noch zusätzlich Rückenwind, sodass wir deutlich mehr Zuspruch erfahren haben, als wir uns jemals erträumt hätten. Weiterlesen

Bild: CDU Deutschlands

Wir Mannheimer wollen das schaffen

10922796_10153746955435961_3822098208416790392_nMit Blick auf den unermüdlichen Einsatz unzähliger Menschen bei der Unterbringung und Versorgung von Flüchtlingen und vor dem Hintergrund der Diskussion um Angela Merkels „Wir schaffen das“ habe ich einen Text geschrieben, den das Rheinneckarblog.de dankenswerterweise als „Montagsgedanken“ veröffentlicht hat.

Ich dokumentiere den Text auch an dieser Stelle mit freundlicher Genehmigung der Redaktion:

Es gibt im englischsprachigen Raum eine Geschichte, die mir aus meiner Kindheit in den USA in Erinnerung geblieben ist und an die ich in den vergangenen Tagen und Wochen immer wieder denken musste: “The Little Engine That Could” handelt von einer kleinen Dampflok, die einen Güterzug über einen Hügel zieht, nachdem andere, größere Lokomotiven entweder mit Blick auf die Steigung des Hügels oder mit Blick auf das Gewicht des Güterzugs resignieren und erst gar nicht versuchen, zu helfen. Weiterlesen

Der Brief der Tausend – Wir schaffen das!

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel - Bild: CDU Deutschlands / Dominik Butzmann

Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel – Bild: CDU Deutschlands / Dominik Butzmann

Der Brandbrief von 34 CDU-Funktionären an Bundeskanzlerin Dr. Angela Merkel hat hohe Wellen geschlagen und wurde von vielen als Beleg für die mehrheitliche Stimmung an der Basis interpretiert. Doch die Stimmung an der Basis ist differenziert, wie die über 1000 Unterschriften unter den folgenden Brief zeigen. Die Texte stammen nicht von mir, manches hätte ich vielleicht anders formuliert, aber ich habe den Brief aus voller Überzeugung unterschrieben. 

Wer darüber hinaus lesen möchte, warum ich persönlich Angela Merkels „Wir schaffen das“ unterstütze, kann dies hier tun: Wir Mannheimer wollen das schaffen

Der Brief an Angela Merkel im Wortlaut

Liebe Frau Bundeskanzlerin,

„Wir schaffen das“ – mit diesem Satz haben Sie Deutschland weltweit als starkes Land, als soziales Land, als mutiges Land mit christlich-humanitären Werten positioniert. Es ist ein Land, in dem Millionen Menschen anpacken, um zu helfen. Wir als engagierte Kommunal- und Landespolitiker sind stolz darauf, Teil dieser Bewegung zu sein. Natürlich ist dies eine große Herausforderung. Niemand hat derzeit schon alle Antworten auf die Fragen, die uns dabei erwarten. Aber mit der Grundeinstellung „Wir schaffen das!“ können wir in Deutschland die Zuwanderung von Flüchtlingen bewältigen so wie wir auch die deutsche Einheit gemeistert haben. Weiterlesen

Plumper Abwerbeversuch – zum Scheitern verurteilt!

10922796_10153746955435961_3822098208416790392_nIn der vergangenen Woche habe ich eine Email erhalten, über die ich mich erst amüsiert und dann ziemlich geärgert habe. Geärgert habe ich mich, weil ich so eindeutig der falsche Adressat bin, dass man schon blind und taub sein muss, um es nicht zu merken. Der Absender? ALFA.

Eigentlich müsste mich der Generalsekretär des ALFA Landesverbands Baden-Württemberg ja wenigstens einigermaßen einschätzen können – immerhin sitzt er mit mir im Gemeinderat der Stadt Mannheim. Aber offenbar hat er sich noch nicht wirklich mit meinen politischen Positionen auseinandergesetzt, sonst hätte er mir nicht am vergangenen Donnerstag, 15. Oktober, gemeinsam mit seinem Landesvorsitzenden eine Email geschickt, in der er mich als gewählte Mandatsträgerin auffordert, aus meiner Partei auszutreten. Weiterlesen

Und täglich grüßt die Fremdenfeindlichkeit

1374763_1044821032210930_7239107021099138416_nIrgendwie ist es ein Déjà-vu… Kaum verbreitet sich die Nachricht, dass es in der Landeserstaufnahmestelle in Mannheim und anderen Flüchtlingsunterkünften im Land zu einer Großrazzia wegen Drogenhandels gekommen ist, da kommen sie auch schon wieder aus ihren Löchern gekrochen, Mannheims Fremdenfeinde. Die kriminellen Asylbewerber scheinen ihnen ganz gut in den Kram zu passen – auf jeden Fall reichen sie aus, um sich wieder in Pauschalurteilen gegen eine ganze Gruppe von Menschen zu ergießen, die in allererster Linie vor Krieg, Verfolgung, Folter und Hunger geflohen ist, und in Deutschland auf Überleben hofft.

Ähnliche Reaktionen habe ich im März nach der Messerstecherei am Marktplatz und dem Raubmord in der Mittelstraße beobachtet – also dürfte ich mich eigentlich nicht wundern. Und trotzdem bin ich wieder schockiert von der Brutalität und Menschenverachtung, die man der regelrechten Schwemme an unzensierten Kommentaren auf den Facebook-Seiten regionaler Medien entnehmen kann. Weiterlesen